Theatersalzburg

Salzburger Marionettentheater

Das Salzburger Marionettentheater spielt seit 1913 in der Schwarzstraße nahe dem Mirabellgarten. Gegründet hat es der akademische Bildhauer Anton Aicher (1859–1930), der am 27. Februar 1913 mit Mozarts Singspiel "Bastien und Bastienne" die erste öffentliche Vorstellung gab. Auf dem Spielplan stehen bis heute Opern, Märchen und Musicals — kein Kinderprogramm im Nebenbei, sondern abendfüllendes Musiktheater in verkleinertem Maßstab. Geführt wurde das Haus über drei Generationen von der Familie Aicher: Anton bis 1926, sein Sohn Hermann bis 1977, dessen Tochter Gretl bis 2012. In den 1930er-Jahren gingen die Marionetten auf Tournee bis Istanbul, Sofia und Athen, 1936 nach Moskau und Leningrad, wo sie vor bis zu 2.500 Zuschauern spielten; 1937 erhielt das Theater eine Goldmedaille bei der Pariser Weltausstellung. 2016 nahm die UNESCO die Salzburger Spielpraxis in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes auf. Das Besondere ist die Technik: Die Spielerinnen und Spieler stehen zwei Meter über der Bühne und führen jede Figur an zwölf Fäden. Von 1913 bis 1961 spielte das Ensemble im Turnsaal des Borromäums, von 1962 bis 1971 im Kapitelsaal; seit 1971 ist die Schwarzstraße 24, das frühere Hotel Mirabell, die feste Bühne. Neben den Vorstellungen gibt es Workshops für Kinder samt Führung durch die Puppenkammer.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text.

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