Waldglashütte am Lakenborn
Hütte zur Herstellung von Hohl- und Flachglas
Die Waldglashütte am Lakenborn war eine frühneuzeitliche Glashütte im Solling, deren Ruinen sich am Lakenteich befinden. Sie lag siedlungsfern in einem gemeindefreien Gebiet und war Teil der vielen Glashütten im Weserbergland. Die Hütte wurde um 1655 gegründet und betrieb Glasproduktion bis etwa 1682. Sie war eine der größten im Weserbergland und hatte bis zu 25 Beschäftigte. Die Anlage war mit fünf Öfen und einer großzügigen Werkhalle ausgestattet, die etwa 17 × 26 Meter maß. Die Glashütte stellte grünliches Waldglas her, das über die Weser exportiert wurde. Produkte umfassten Hohlglas, Trinkgläser, Biergläser und Apothekerfläschchen. Die jährliche Produktion lag zwischen 10 und 20 Tonnen. Die Hütte war auch für ihre Schule und Bierbrauerei bekannt. Die Ausgrabungen von 2003 bis 2007 ermöglichten Einblicke in die Ofenbauweise und Arbeitsprozesse. Die Reste der Anlage sind heute besichtigbar, mit rekonstruiertem Hauptofen und Informationstafeln. Besucher können die Fundamente der Glasöfen am Lakenteich besuchen. Die Hütte ist Teil der Kulturgeschichte des Sollings und wurde im Jahr 2005 durch den Verein Kultur-Naturhistorischer Dreiländerbund Weserbergland wiederhergestellt. Die Ausgrabungen fanden im Rahmen des LEADER+ EU-Projektes statt und trugen zur Erforschung der Waldglashütten im Weserbergland bei. Die Anlage ist ein Beispiel für die typische Ofenanordnung und Bauweise der Glashütten des 17. Jahrhunderts.
Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber
- Art
- Archäologische Stätte
- Ort
- Solling
- Erbaut
- 1955
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