Kastelle von Walheim

📷 Bild: Wikimedia Commons

Baden-WürttembergBezirk Baden-Württemberg

Kastelle von Walheim

archäologische Stätte in Deutschland

Die Kastelle von Walheim sind zwei römische Militärlager, die sich auf einer Hochterrasse des linken Neckarufers befinden. Sie liegen nördlich der Neckarschleife von Besigheim und der Enzmündung, umgeben von Fluss und Berge. Die beiden Garnisonen und der zugehörige Vicus liegen im Tal des Baumbachs, dessen Senke in antiker Zeit tiefer lag als heute. Die Lage war für ein Limeslager zunächst ungünstig, wurde aber durch die Nahe der Enzmündung und guter Verbindungen zu Römerstraßen kompensiert. Die Kastelle von Walheim sind von großer archäologischer Bedeutung. Kastell I, ein Kohortenkastell, wurde bereits im 19. Jahrhundert entdeckt und bis ins 2. Jahrhundert genutzt. Kastell II, ein Numeruskastell, wurde erst 1982 gefunden und war in spättrajanischer Zeit in Betrieb. Beide Lager wurden nach 159 aufgelassen und in den Vicus integriert. Der Vicus, ein ziviler Siedlungsbereich, erstreckte sich über einen Kilometer entlang des Neckars und war ein bedeutender Handelsplatz. Er blieb auch nach dem Verlassen der Lager bestehen und wurde erst in spätseverischer Zeit aufgegeben. Im Vicus wurden zahlreiche Räume und Wege untersucht, darunter das vollständig erhaltene „Haus 19“ und ein Gräberfeld aus dem 2. Jahrhundert. Die Siedlung war planmäßig angelegt, mit rechtwinkligen Straßen und Holzhäusern. Die Ausgrabungen zwischen 1980 und 1988 führten zu wichtigen Erkenntnissen über römische Stadtbauweisen. Das Museum Römerhaus Walheim präsentiert Funde aus diesen Grabungen und ist ein Zweigmuseum des Archäologischen Landesmuseums Baden-Württemberg.

Öffnungszeiten und Eintrittspreise ändern sich saisonal und stehen deshalb nicht in diesem Text. Aktuelle Angaben beim Betreiber

Art
Archäologische Stätte
Ort
Baden-Württemberg
Denkmalstatus
Kulturdenkmal in Deutschland

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