Siedlung aus der Jungsteinzeit bei Düren-Arnoldsweiler
archäologische Stätte in Deutschland
Die Jungsteinzeitliche Siedlung bei Arnoldsweiler liegt im linksrheinischen Gebiet des Kreises Düren, an der Trasse der Autobahn 4 zwischen Köln und Aachen. Sie entstand im späten 6. Jahrtausend v. Chr. und gehört zur frühesten Phase bäuerlicher Kulturen in der Region. Die Siedlung umfasste vermutlich maximal 15 Häuser und bestand möglicherweise zwei bis drei Jahrhunderte. Ein besonders großes Haus, Haus 1, war 32,5 m lang und 9,3 m breit, und wird dem Typ Mohelnice zugeordnet. Die Ausgrabungen von 2009 bis 2010 brachten mehr als 40 Hausgrundrisse der Bandkeramischen Kultur zum Vorschein. Westlich der Siedlung befand sich ein Gräberfeld mit Abmessungen von 130 mal 90 m. Insgesamt wurden 222 Körpergräber sowie drei sichere und vier mögliche Brandgräber freigelegt. Der Begräbnisplatz ist der drittgrößte bekannte in Deutschland und enthält die ältesten Körpergräber des Rheinlandes. Ein vollständig erhaltener Skelettfund einer Frau wurde als Lilith benannt und ins Rheinische Landesmuseum Bonn gebracht. Die Siedlung umfasste Räume mit typischen Bauweisen der Bandkeramik, darunter ein Gräberfeld mit individuellen Begräbnisritualen. Zu den Funden gehörten auch ein Brunnensystem aus Eichen, Erlen und Eschen, das dendrochronologisch auf etwa 5100 v. Chr. datiert wurde. An gleicher Stelle wurden auch Siedlungsreste aus späteren Epochen wie der Bronzezeit und Eisenzeit sowie Relikte einer römischen villa rustica entdeckt.
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