Süditalien

Craco

Craco ist eine Gemeinde in der Provinz Matera in der Basilikata mit 548 Einwohnern. Ihr historischer Ortskern liegt auf rund 390 Metern Höhe im Hügelland vor dem lukanischen Apennin, auf halbem Weg zwischen den Bergen und dem Meer. Das Umland ist von Calanchi geprägt, tiefen Rinnen, die das Regenwasser auf seinem Weg zu Tal in den mergeligen Boden gegraben hat. Nachbargemeinden sind Pisticci in zwanzig, Montalbano Jonico und Stigliano in fünfundzwanzig Kilometern Entfernung. Seit 1963 setzte infolge eines Erdrutsches die Abwanderung aus dem alten Ortskern ein; Anfang der 1980er Jahre war er endgültig zur Geisterstadt geworden. Genau das macht Craco heute zum Ziel von Besuchern und zu einer gefragten Filmkulisse. Die ältesten Spuren der Besiedlung sind Gräber aus dem 8. Jahrhundert vor Christus. Wahrscheinlich bot der Ort wie benachbarte Siedlungen den griechischen Kolonisten von Metapont Zuflucht, als diese ins Hügelland auswichen, vermutlich um der Malaria der Ebene zu entgehen. Später war Craco eine byzantinische Siedlung; im 10. Der Name erscheint erstmals 1060, als das Gebiet dem Erzbischof Arnaldo von Tricarico unterstellt wurde, der es Graculum nannte, kleines gepflügtes Feld. Zwischen 1154 und 1168 war Erberto, wohl normannischer Herkunft, der erste Lehnsherr; aus jener Zeit stammt die Anlage des alten Ortes mit den Häusern, die sich um den quadratischen Wehrturm im Zentrum drängen. Unter Friedrich II. war Craco ein wichtiger militärischer Stützpunkt, denn der Turm beherrscht das Tal der beiden parallel fliessenden Flüsse Cavone und Agri.

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