Centre del Romànic de la Vall de Boí
Der Vall de Boí ist ein Seitental in der Alta Ribagorça im Norden der Provinz Lleida, umgeben von den Bergen der katalanischen Pyrenäen. In seinen Dörfern stehen neun romanische Kirchen, die seit dem 30. November 2000 gemeinsam zum UNESCO-Welterbe gehören. Das Centre del Romànic in Erill la Vall ist die Anlaufstelle für den Besuch: Von dort werden die Kirchen erschlossen und die Führungen organisiert. Zum Ensemble zählen Sant Climent und Santa Maria in Taüll, Sant Joan de Boí, Santa Eulàlia in Erill la Vall, Sant Feliu de Barruera, Santa Maria de Cardet, Santa Maria de Cóll, die Nativitat de Durro und die Einsiedelei Sant Quirc de Durro. Sie entstanden im 11. und 12. Jahrhundert in lombardischer Romanik — sorgfältig geschichtetes Steinmauerwerk, Rundbogenfriese und schlanke, freistehende Glockentürme. Sant Climent de Taüll wurde am 10. Dezember 1123 geweiht; sein sechsgeschossiger Campanile folgt der im Tal üblichen Regel, nach der die Höhe dem Umfang des Turms entspricht. Berühmt ist das Tal für seine Wandmalereien. Der Pantokrator aus der Hauptapsis von Sant Climent, dem Meister von Taüll zugeschrieben, zeigt Christus in einer perlenbesetzten Mandorla, umgeben von apokalyptischen Bildern. Er wurde zu Beginn des 20. Jahrhunderts zur Sicherung abgenommen und hängt heute im Museu Nacional d'Art de Catalunya in Barcelona; in Taüll selbst ist die Apsis seither leer. Die Kirchen liegen wenige Kilometer voneinander entfernt und lassen sich an einem Tag verbinden; einige sind nur zu bestimmten Zeiten geöffnet.
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