Cueva de la Pileta
Die Cueva de la Pileta liegt im Gemeindegebiet von Benaoján in der Serranía de Ronda, im bergigen Westen der Provinz Málaga. Der Eingang öffnet sich in einer Kalkwand über dem Tal des Guadiaro, erreichbar über eine schmale Bergstraße und einen kurzen Anstieg zu Fuß. Sie gehört zu den wichtigsten Fundplätzen paläolithischer Kunst im Süden Spaniens. Entdeckt wurde sie 1905 von José Bullón Lobato, der auf der Suche nach Guano in die Spalte einstieg; zunächst hieß sie „Cueva de los letreros“, Höhle der Schriftzeichen, später wurde sie nach dem benachbarten Hügel benannt. An den Wänden finden sich Malereien im franko-kantabrischen Stil: Hirsche, Pferde, Fische, Ziegen, Stiere, dazu eine Robbe und ein Bison, außerdem zahlreiche abstrakte Zeichen. Eine trächtige Stute gehört zu den bekanntesten Darstellungen. Die Belegung erstreckt sich über rund 20.000 Jahre — vom mittleren Solutréen über das obere Magdalénien bis in Neolithikum und Kupferzeit — und lässt sich an der Kunst ablesen, die von naturalistischen zu schematischen Formen übergeht. 1924 wurde die Höhle zum Denkmal erklärt; 1992 kam ein 250 Meter langer Abschnitt neu hinzu. Der Besuch ist nur mit Führung und nach Voranmeldung möglich; die Gruppen sind klein, elektrische Beleuchtung gibt es im Inneren nicht. Der Weg ist uneben und feucht, festes Schuhwerk erforderlich. Rundherum liegt die Serranía mit Ronda, den weißen Dörfern und dem Schluchtensystem des Guadiaro.
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