Weltkulturerbe Völklinger Hütte
Die Völklinger Hütte ist das einzige vollständig erhaltene Eisenwerk aus der Blütezeit der Industrialisierung. 1873 gegründet, produzierte das Werk gut ein Jahrhundert lang Roheisen, bis die Anlage am 4. Juli 1986 stillgelegt wurde. Statt sie abzureißen, ließ man sie stehen - 1994 wurde die Roheisenerzeugung als erstes Industriedenkmal dieser Epoche in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen. Was das Werk von anderen Industriedenkmälern unterscheidet, ist die Vollständigkeit der Kette: Sinteranlage, Erzschrägaufzug, Gebläsehalle mit ihren Gasmaschinen und die Hochöfen stehen noch in ihrem funktionalen Zusammenhang. Sechs Hochöfen mit rund 27 Metern Höhe, dazu Winderhitzer von 30 bis 40 Metern prägen die Silhouette. Zur Geschichte des Ortes gehört auch die Zwangsarbeit: Zwischen 1942 und 1944 arbeiteten hier rund 12.393 Menschen aus mehreren Nationen unter Zwang, 261 von ihnen kamen ums Leben. Der Welterbebereich umfasst 7,46 Hektar innerhalb des deutlich größeren Werksgeländes. Mehrere Kilometer Besucherwege führen durch die Anlagen, teils auf Ebenen, die früher nur dem Personal zugänglich waren. Die großen Hallen dienen heute als Spielort für internationale Ausstellungen, Festivals und Konzerte; dazu kommen Kunstinterventionen, Urban Art und renaturierte Flächen, auf denen sich Flora und Fauna zwischen den Stahlkonstruktionen ausgebreitet haben. Ein gründlicher Rundgang füllt leicht einen halben Tag.
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