Süditalien

Parco Archeologico di Ercolano

Der Parco Archeologico di Ercolano verwaltet die Ausgrabungen des antiken Herculaneum am Golf von Neapel, unmittelbar unterhalb der heutigen Stadt Ercolano. Die Stadt versank beim Ausbruch des Vesuv im Jahr 79 unter einer zehn bis fünfundzwanzig Meter mächtigen Decke aus Asche, Lapilli und Schlamm, die mit der Zeit zu einem Gestein erstarrte, das man Pappamonte nennt und das die Reste konservierte. Seit 1997 gehört der Ort gemeinsam mit Pompeji und Oplontis zum Weltkulturerbe der UNESCO. Herculaneum war mit rund 4000 Einwohnern deutlich kleiner als Pompeji; seine Stadtmauer umschloss etwa zwanzig Hektar. Die Wirtschaft beruhte auf Fischfang, Ackerbau und Handwerk, doch wegen der Aussicht über die Bucht und der als rein gerühmten Luft wählten wohlhabende Römer den Ort als Sommersitz. Die bekannteste dieser Anlagen ist die Villa dei Papiri, benannt nach der dort gefundenen Bibliothek aus verkohlten Papyrusrollen. Entdeckt wurde die Stadt 1709 zufällig beim Vertiefen eines Brunnens; ab 1738 wurde im Auftrag Karls von Bourbon zunächst über Stollen gegraben, ab 1927 legte Amedeo Maiuri das Gelände systematisch frei. Die meisten Funde stehen heute im Archäologischen Nationalmuseum von Neapel. Lange galt als sicher, dass fast alle Bewohner entkommen seien; als 1982 die Grabungen auf den antiken Strand ausgedehnt wurden, fanden sich in zwölf Bootshäusern rund 250 dicht gedrängte Skelette. 2023 zählte das Gelände 563.165 Besucher.

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