Südfrankreich

Grotte de Choranche

Die Grotte de Choranche liegt am Fuß der Felswände von Presles im Massiv des Vercors, oberhalb der Schlucht der Bourne im Département Isère. Der Eingang öffnet sich in einem natürlichen Halbrund aus Kalkwänden, von denen bei Regen Wasserfälle stürzen — eine Kulisse, die dem Besuch vorausgeht, bevor man überhaupt unter Tage ist. Die Höhle entstand im Urgon-Kalk entlang der Grenze zu wasserundurchlässigen Mergeln, weshalb ihre Gänge weitgehend waagerecht verlaufen. Oscar Decombaz erkundete den Teil Coufin erstmals 1897, die Höhle Chevaline wurde 1943 entdeckt, 1966 wurden beide Systeme verbunden; heute sind über 32 Kilometer Gänge vermessen. Berühmt ist Choranche für seine Fistulosen — dünne, hohle Kalkröhrchen, die von der Decke hängen und bis zu drei Meter lang werden. Sie stehen dort zu Tausenden dicht an dicht über einem See. Durch die Höhle fließt ein unterirdischer Bach, die Serpentine. Im Rahmen der Führung ist auch der Grottenolm zu sehen, ein blinder, hautfarbener Schwanzlurch aus den Karstgebieten des westlichen Balkans; Choranche ist einer von nur zwei Orten in Frankreich, an denen die Art gehalten und erforscht wird. Der Weg ist ausgebaut und dauert rund eine Stunde, es bleibt kühl und feucht. 2014 erhielt die Höhle das Label Qualité Tourisme. Die Zufahrt führt durch die enge Schlucht der Bourne, die im Winter gesperrt sein kann.

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