Îles Lavezzi
Die Îles Lavezzi bilden einen Granitarchipel rund zehn Kilometer südöstlich von Bonifacio in Corse-du-Sud, in der Meerenge zwischen Korsika und Sardinien. Zu ihm gehören 23 Inseln, Eilande und Riffe mit zusammen etwa 200 Hektar Landfläche; der höchste Punkt liegt bei 39 Metern. Die größten Inseln sind Lavezzu und das bewohnte Cavallo. Hier liegt zugleich der südlichste Punkt des französischen Mutterlands. Geprägt ist die Landschaft von rundgeschliffenen, hell aufragenden Granitblöcken, niedriger Macchia und flachen Buchten in klarem Wasser. Im Februar 1855 zerschellte die Fregatte La Sémillante bei einem schweren Sturm an den Klippen; 380 Matrosen und 393 Soldaten kamen ums Leben. Die geborgenen Toten ruhen in den beiden Friedhöfen Acharino und Furcone auf Lavezzu, die bis heute an das Unglück erinnern. Seit 1982 stehen die Inseln als Naturschutzgebiet unter Schutz, seit 1999 gehören sie zum internationalen Meerespark der Straße von Bonifacio, den Frankreich gemeinsam mit dem italienischen Archipel La Maddalena verwaltet. Erreichbar sind die Lavezzi nur über das Wasser; vom Hafen von Bonifacio dauert die Überfahrt mit dem Shuttle etwa zwanzig Minuten, für Segler ist die Ansteuerung wegen der engen, verwinkelten Fahrwasser anspruchsvoll. An Land gehen darf man nur auf Piana, Lavezzu und dem Sémillante-Inselchen, Cavallo ist Privatbesitz. Auf Lavezzu führen Pfade zwischen den Felsblöcken zu den Buchten und den Gedenkstätten.
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