Nordfrankreich

Terre de Sel

Terre de Sel ist das Besucherzentrum der Salzgärten von Guérande und liegt beim Weiler Pradel mitten in den Salinen, auf der Halbinsel zwischen Guérande und dem Atlantik im Département Loire-Atlantique. Die Marais salants ziehen sich über rund 52 Quadratkilometer und reichen über die Gemeinden Guérande, Batz-sur-Mer, Le Croisic und La Turballe. Das Zentrum wurde 2002 eröffnet und erklärt Herkunft, Handwerk und Landschaft dieses Gebiets. Salz wird hier seit dem Ende der römischen Zeit oder seit der bretonischen Besiedlung im 7. Jahrhundert gewonnen; im 10. Jahrhundert richtete die Abtei Saint-Aubin in Saillé ein Priorat ein und betrieb die Salinen mit. Das Verfahren hat sich kaum verändert: Meerwasser wird über ein verzweigtes Becken- und Grabensystem geleitet, verdunstet Stufe um Stufe und wird zuletzt in den œillets geerntet. Ein Paludier bewirtschaftet typischerweise 50 bis 60 solcher Becken auf drei bis vier Hektar und arbeitet mit hölzernen Geräten. Die Jahresproduktion liegt im Mittel bei etwa 10.000 Tonnen, davon rund 95 Prozent graues grobes Salz und 5 Prozent Fleur de sel. Vom Zentrum aus führen Wege und geführte Rundgänge in die Becken hinein, wo sich die Arbeitsschritte an Ort und Stelle nachvollziehen lassen; die Ernte fällt in den Sommer. Das Gebiet ist als Ramsar-Fläche geschützt und beherbergt rund 180 Vogelarten, darunter Reiher, Löffler und Austernfischer — Ferngläser sind hier deshalb ebenso im Gebrauch wie Sonnenschutz, denn Schatten gibt es zwischen den Becken keinen.

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