Zádielska dolina
Die Zádielska tiesňava, im weiteren Sinn Zádielska dolina genannt, ist eine geologisch junge Klamm im Slowakischen Karst. Sie liegt zwischen den Karstplateaus Horný vrch im Westen und Zádielska planina im Osten, beim Dorf Zádiel, verwaltungsmässig auf dem Gebiet der Gemeinden Háj und Bôrka. Der Name geht möglicherweise auf das ungarische Szád-elő zurück, das ein weit geöffnetes Talende umschreibt. Ausgewaschen hat die Klamm das Flüsschen Blatnica, das unterhalb des Osadník im Slowakischen Erzgebirge aus nicht verkarstetem Gestein kommt und sich in mitteltriassischen Wettersteinkalk gräbt. Die Tiesňava ist knapp 400 Meter tief, zwei Kilometer lang und an ihrer engsten Stelle am Grund weniger als zehn Meter breit. Seit 1954 ist das Gebiet auf 214,73 Hektar Nationales Naturreservat. Die geläufige Bezeichnung «Zádielsky kaňon» ist geomorphologisch falsch: Eine Tiesňava ist eng, mit unausgeglichenem Gefälle und grossem Höhenunterschied, ein Canyon dagegen breit und flachsohlig. Ins Auge fällt die Cukrová homoľa, ein 105 Meter hoher pyramidenförmiger Felsturm und die höchste Felsnadel dieser Art in der Slowakei – ein Erosionsrest des einstigen Felsreliefs im Tal. Der Talgrund kann sich rasch verändern: Ende Mai und Anfang Juni 2010 riss ein Jahrhunderthochwasser den Weg an mehreren Stellen weg und grub über einen Meter tiefe Rinnen; inzwischen ist er saniert und wieder begehbar. In der Zádielska dolina treffen sechs markierte Wanderwege zusammen, die sowohl durch die Randschluchten als auch über das Plateau führen. Zum Gebiet gehört ausserdem die Ruine der Burg Turňa.
Opening hours and admission prices change with the season and are therefore not part of this text.
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