Norditalien

Pont d'Aël

Der Pont d'Aël überspannt die Schlucht des Grand Eyvia im Gemeindegebiet von Aymavilles, rund acht Kilometer südwestlich von Aosta. Es ist keine gewöhnliche Brücke, sondern eine römische Aquäduktbrücke: Sie trug einen Wasserkanal über den Einschnitt hinweg und ist mit ihrer Höhe und ihrem inneren Kontrollgang eines der ungewöhnlichsten römischen Bauwerke der Alpen. Errichtet wurde sie im Jahr 3 vor Christus. Die Inschrift nennt den Bauherrn Caius Avillius Caimus aus Padua, einen Betreiber von Bergwerken, und hält ausdrücklich fest, dass die Anlage aus privaten Mitteln finanziert wurde – im Wortlaut "PRIVATVM". Das Bauwerk misst 60,46 Meter in der Länge und 2,26 Meter in der Breite und erhebt sich 66 Meter über den Grund der Schlucht; der einzige Bogen spannt 14,24 Meter. Das Wasser wurde über sechs Kilometer herangeführt und diente der Bewässerung von etwa 200 Hektar Land westlich von Aosta sowie einer Erzwäsche, in der das Eisen aus den Gruben von Cogne aufbereitet wurde. Unter dem Wasserkanal verläuft ein 50,35 Meter langer und 3,88 Meter hoher Gang, über den die Leitung im Winter auf Frostschäden geprüft werden konnte. Heute dient die ehemalige Kanalrinne als Fußweg über die Schlucht; der Kontrollgang lässt sich begehen. Der Blick hinab in die Klamm ist der eindrücklichste Teil des Besuchs.

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