CastlesNordspanien

Castillo de la Mota

Das Castillo de la Mota steht auf einer flachen Erhebung — der Mota — am Rand von Medina del Campo in der Provinz Valladolid und überragt die Stadt und das umliegende Flachland. Gebaut ist es aus dem rötlichen Ziegel, der für die Gegend kennzeichnend ist; die Anlage gilt als Hauptwerk der sogenannten Schule von Valladolid. Die Burg entstand im Wesentlichen im 15. Jahrhundert. Der Bergfried, die Torre del Homenaje, misst rund 38 Meter bei quadratischem Grundriss von 13 Metern Seitenlänge. Zwischen 1476 und 1483 ließen die Katholischen Könige Isabel und Fernando einen vorgelagerten Zwinger für Artillerie errichten — sieben Jahre Arbeit für über vier Millionen Maravedís. Die Burg diente zugleich als königliche Residenz, Festung und Staatsgefängnis. Der bekannteste Häftling war César Borgia, Sohn Papst Alexanders VI.; er entkam am 25. Oktober 1506, indem er sich an Seilen vom Turm abließ und mit Hilfe des Grafen von Benavente nach Navarra floh. Nach dem Bürgerkrieg übergab Franco die Burg 1942 der Sección Femenina der Falange; die Wiederherstellung hatte bereits 1939 unter Pedro Muguruza y Otaño begonnen. Heute gehört sie der Junta de Castilla y León und wird als Kulturzentrum für Tagungen und Veranstaltungen genutzt. Der Bergfried ist seit 2010 zugänglich; von seiner Plattform überblickt man die Stadt und die weite Ebene ringsum. Ins Innere kommt man über Führungen.

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