Südspanien

Cuevas de Sorbas

Der Gipskarst von Sorbas liegt im Osten der Provinz Almería, rund um den Ort Sorbas, wo sich der Río Aguas in eine mächtige Gipsformation eingegraben hat. Entstanden ist dabei eine Landschaft aus Höhlen, Schluchten, Dolinen und Geoden — Karstformen also, wie man sie sonst aus Kalkgebieten kennt, hier aber im wesentlich weicheren Gips. Seit 1989 ist das Gebiet nach andalusischem Recht als Paraje Natural geschützt. Gips löst sich in Wasser sehr viel leichter als Kalk, weshalb Karst in diesem Gestein geologisch rasch entsteht — und ebenso rasch wieder zusammenbricht. Dass Sorbas dennoch als eines der besterhaltenen Gipskarstgebiete der Welt gilt, hängt an der Trockenheit Almerías: Bei Jahresniederschlägen von unter 250 Millimetern verläuft der Prozess so langsam, dass die Formen über lange Zeiträume stehen bleiben. Im Untergrund haben sich Stalaktiten und Stalagmiten gebildet sowie große Gipskristalle und die für den Ort typischen „Superkegel“. 2002 eröffnete das Besucherzentrum „Los Yesares“, das Nachbildungen von Höhlenpartien mit Gipskristallen und erklärendes Material zeigt. Für den Untergrund selbst gibt es drei geführte Routen unterschiedlicher Anforderung — von leichten Begehungen bis zu Touren, die Klettern und enge Passagen einschließen; alle nur mit Führung und Ausrüstung. Oberirdisch lässt sich das Gebiet über Wege an den Schluchten des Río Aguas erwandern, mit Blick auf die Badlands von Almería.

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