Baden-Württemberg

Nebelhöhle

Die Nebelhöhle bei Sonnenbühl-Genkingen auf der Schwäbischen Alb ist eine Tropfsteinhöhle im Weißen Jura. Von ihren 813 Metern Gesamtlänge sind 450 Meter erschlossen, bei einem Höhenunterschied von 40 Metern. Was sie auszeichnet, sind die außergewöhnlich großen Gangquerschnitte und vor allem die Bodentropfsteine: In die zweite Halle gelangt man durch einen regelrechten Tropfsteinwald, in dem ein mannshoher Zapfen mitten im Weg steht. Der Name hat einen physikalischen Grund. Ursprünglich bezeichnete das Nebelloch ein breites Felsportal, durch das Tageslicht in die Höhle fiel – und aus dem im Winter Nebel aufstieg. Die Höhle hält ganzjährig acht bis zehn Grad bei rund 90 Prozent Luftfeuchtigkeit; ist es draußen kalt, steigt die warme, feuchte Luft nach oben und schlägt sich sichtbar nieder. Zu einer Zeit, in der man unbekannte Löcher im Boden für Zugänge zur Unterwelt hielt, war das nicht geheuer. 1486 wurde das Nebelloch erstmals erwähnt, 1803 wurde es für den Besuch des Kurfürsten Friedrich I. zu einem bequemen Eingang ausgebaut. Heute ist die Höhle elektrisch beleuchtet und wird jährlich von rund 45.000 Menschen besucht. Man geht sie in etwa einer halben Stunde ab; eine Jacke ist auch im Hochsommer angebracht. Sie liegt nahe dem Albtrauf, unweit von Schloss Lichtenstein.

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