Filitosa
Filitosa liegt in der Gemeinde Sollacaro im Süden Korsikas, auf einem Felssporn über dem Tal des Taravo, wenige Kilometer landeinwärts vom Golf von Valinco. Der Ort ist die bekannteste vorgeschichtliche Fundstätte der Insel und deckt eine Zeitspanne vom Neolithikum bis ins Mittelalter ab; seine Blüte lag in der Bronzezeit. Entdeckt wurde die Stätte 1946 vom Grundeigentümer Charles-Antoine Cesari, der die überwucherten Mauern zunächst für ein verlassenes Kloster hielt. 1954 meldete er den Fund dem Archäologen Roger Grosjean, der von 1957 bis 1972 grub. Freigelegt wurde ein Castellu: eine Umfassung aus großen Steinblöcken über rund 6.000 Quadratmetern, darin ein rundes Zentralbauwerk, längliche Wohnbauten mit gerundeten Granitmauern und drei Türme. Berühmt ist Filitosa aber für seine Statuenmenhire — dreizehn menschengestaltige Steinfiguren mit eingemeißelten Gesichtern, teils mit Schwertern und Dolchen, auf der Rückseite mit Schulterblättern und Wirbelsäule. Einige von ihnen wurden von späteren Bewohnern als Baumaterial in die Mauern verbaut, was sie erhalten hat. Seit 1967 steht der Platz unter Denkmalschutz. Der Rundgang ist als Schleife angelegt und dauert etwa eine Stunde. Er führt am Monument central vorbei hinunter zu einer Wiese, auf der fünf Statuenmenhire unter einem sehr alten Olivenbaum aufgestellt sind — das meistfotografierte Bild der Insel. Ein kleines Museum am Eingang zeigt Funde und Rekonstruktionen. Das Gelände ist naturbelassen, der Weg uneben; geöffnet ist es in der wärmeren Jahreshälfte.
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