Sé de Faro

Die Sé de Faro, auch Igreja de Santa Maria genannt, steht am Largo da Sé im ummauerten Altstadtkern der südportugiesischen Hafenstadt Faro, auf dem höchsten Punkt des Festungshügels in rund 80 Metern Höhe. Sie ist Sitz der Diözese Algarve, die Papst Gregor XIII. im Jahr 1577 mit Sitz in Faro neu errichtete, nachdem der Bischofssitz zuvor in Silves gelegen hatte. An der Stelle stand nach archäologischem Befund ein römischer Tempel, der wohl im Zentrum der Stadt Ossónoba lag; später folgten muslimische und christliche Heiligtümer. Mit dem heutigen Bau wurde 1251 begonnen, zwei Jahre nach der christlichen Eroberung, auf Anordnung des Erzbischofs von Braga, João Viegas; 1271 ging die Kirche an den Santiagoorden, ab 1321 wurde sie unter König Dinis erweitert. Aus dem 15. Jahrhundert stammen die erhaltenen mittelalterlichen Teile: Fassadenturm, Hauptportal und Querschiffkapellen. 1596 plünderten und verbrannten englische Truppen unter Robert Devereux die Stadt samt Kathedrale; stehen blieben nur Chorkapellen, Turm und Umfassungsmauern. Beim Wiederaufbau, den König Philipp I. förderte, ersetzten toskanische Säulen im schlichten Estilo Chão die gotischen Arkaden. Die Hauptkapelle ließ Bischof Francisco Barreto I. um 1640 neu errichten, das manieristische Retabel entstand 1642/43. Das etwa 35 Meter lange dreischiffige Langhaus schließt mit drei flachen Apsiden; das nur rund zwölf Meter hohe Mittelschiff trägt wegen der Erdbebengefahr Holzgewölbe. Der Turm zeigt ein gotisches Spitzbogenportal mit Diamantstab-Archivolten. Im Inneren finden sich Azulejos des 17. Jahrhunderts sowie eine Orgel, die Arp Schnitger 1715/16 mit 25 Registern schuf.

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