Raabklamm
Die Raabklamm nordwestlich von Weiz gilt als längste Klamm Österreichs. Die Raab hat sich hier am Südrand des Passailer Beckens ein enges Tal gegraben, das auf einer mittleren Höhe von rund 505 Metern zwischen den Gemeinden Naas, Mortantsch, Passail und Gutenberg-Stenzengreith verläuft. Anders als die bekannten Steiganlagen der Alpenklammen ist die Raabklamm weitgehend naturbelassen; genau darauf beruht ihr Schutzstatus. Sie ist als Natura-2000-Gebiet nach Fauna-Flora-Habitat- und Vogelschutzrichtlinie ausgewiesen und zusätzlich Naturschutzgebiet. In der Schlucht wachsen Grauerlen-Auwälder und Buchen-Mischwald, dazwischen Seidelbast, Türkenbundlilie und Zyklame. Bei den Tieren stehen Alpenbock, Sperlingskauz, Schwarzstorch, Wanderfalke und die Große Hufeisennase unter Schutz. Ein Eingriff aus anderer Zeit ist das zwischen 1908 und 1911 errichtete Wehr, zu dem eine Hängebrücke gehört, über die der Wanderweg 765 führt; das zugehörige Kraftwerk ist seit einigen Jahren außer Betrieb. Dass die Schutzinteressen nicht selbstverständlich sind, zeigte 2007 ein Konflikt um die Fassung der Finzenquelle im Schutzgebiet. Der Weg durch die Klamm ist ein Wanderweg, kein Klettersteig — er verlangt Trittsicherheit, aber keine besondere Ausrüstung. Einstiege gibt es von mehreren Seiten, die Gehzeit richtet sich nach der gewählten Teilstrecke. Beste Zeit ist das Frühjahr bis in den Herbst.
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