Süditalien

Ferrovia Circumetnea

Die Ferrovia Circumetnea ist eine Schmalspurbahn mit 950 Millimetern Spurweite, die den Ätna auf Sizilien halb umrundet. Betreiber ist die gleichnamige Nahverkehrsgesellschaft, die auch die normalspurige U-Bahn von Catania und mehrere Buslinien im Großraum der Stadt führt. Nach der Stilllegung des einst ausgedehnten Schmalspurnetzes der Staatsbahn ist die Strecke von Riposto über Randazzo bis Santa Maria di Licodia Sud mit 86 Kilometern die letzte verbliebene Schmalspurbahn der Insel. Die Idee entstand 1880 im Zuge des sizilianischen Eisenbahnbaus; ein königliches Dekret vom 31. Dezember 1883 gründete ein Konsortium der Provinz Catania, der Handelskammer und der Gemeinden rund um den Berg. Den Durchbruch brachte der britische Investor Robert Trewhella, der 1885 einen Kompromiss schloss und die Strecke plante, baute und ausstattete. Am 2. Februar 1895 ging der erste Abschnitt von Catania Borgo nach Adrano in Betrieb; 1898 war die Verbindung bis Riposto durchgehend befahrbar. Dafür entstanden 22 Brücken, 22 Viadukte und sechs Tunnel. Die Bahn holte Adrano, Bronte, Maletto, Randazzo und Linguaglossa aus einer jahrhundertelangen Abgeschiedenheit. Gefahren wird ausschließlich mit Triebwagen, die auf Sizilien Littorina heißen; 2015 kamen vier dieselelektrische Doppeltriebwagen des Typs Vulcano hinzu. Die Strecke führt durch die Lavalandschaften und die Obst- und Weinbaugebiete am Fuß des Vulkans, mit Blick auf dessen Flanken. Der Verkehr wird in Randazzo gebrochen; für Reisende bietet die Gesellschaft darüber hinaus touristische Sonderfahrten an.

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