Südfrankreich

Cirque de Navacelles

Der Cirque de Navacelles liegt an der Grenze zwischen Gard und Hérault, eingeschnitten zwischen dem Causse du Larzac im Süden und dem Causse de Blandas im Norden. Von den Hochflächen aus ist zunächst nichts zu ahnen; erst am Rand öffnet sich der Blick rund 300 Meter tief in einen Kessel, in dessen Mitte ein grüner Hügel steht. Entstanden ist die Form durch die Vis: Der Fluss hatte einen Mäander in den Kalk gegraben, dessen Hals er vor etwa 6.000 Jahren durchbrach. Seither fließt er auf kurzem Weg weiter, während die alte Schleife trockenfiel und als Umlaufberg zurückblieb — das seltene Lehrbuchbeispiel eines abgeschnittenen Mäanders, das dem Ort seinen Ruf verschafft hat. Am Durchbruch stürzt das Wasser über eine Stufe in ein Becken. Der Weiler Navacelles liegt unten am Fluss, wenige Häuser mit einer Bogenbrücke. Seit Dezember 2016 trägt der Ort das Label Grand Site de France; er gehört zudem zum UNESCO-Welterbegebiet der Causses und Cevennen sowie zu einem Geopark. Zwei Aussichtspunkte mit Empfangshäusern fassen den Besucherstrom: der Belvédère de la Baume-Auriol im Süden und der Belvédère de Blandas im Norden. Wer hinunter will, nimmt eine der engen, stark gewundenen Straßen, die D130 oder die D713 — für große Fahrzeuge ungeeignet. Rund um den Kessel sind 300 Kilometer markierte Wege angelegt, darunter der GR 7 und zwanzig Rundwanderungen zwischen 2,6 und 17 Kilometern. Im Hochsommer wird es unten im Kessel sehr heiß.

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