Sé Velha de Coimbra
Die Sé Velha, die alte Kathedrale von Coimbra, wurde Mitte des 12. Jahrhunderts im Stil der Romanik errichtet und ist der Himmelfahrt Mariens geweiht. Bis 1772 war sie Bischofskirche des Bistums Coimbra, dann übernahm die Kirche des früheren Jesuitenkollegs diese Rolle als Sé Nova. 1910 wurde der Bau zum Monumento Nacional erklärt. Baubeginn war wohl in den ersten Regierungsjahren von Afonso Henriques, der sich 1139 zum ersten König Portugals ausrief; gegen Ende der 1170er Jahre dürften die Arbeiten abgeschlossen gewesen sein. 1185 wurde hier Sancho I. gekrönt. Zu Beginn des 13. Jahrhunderts entstand der Kreuzgang im Übergang von der Romanik zur frühen Gotik, in der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts liess Bischof Jorge de Almeida an der Nordseite die Porta Especiosa im Stil der Frührenaissance anfügen, zugeschrieben den Bildhauern Jean de Rouen und Nicolas de Chantereine. Von aussen wirkt die Kirche wehrhaft: Mächtige Strebepfeiler rahmen die Westfassade, Zinnen bekrönen das ganze Gebäude. Im Inneren ist das Langhaus dreischiffig und in fünf Joche geteilt, über dem Mittelschiff liegt ein Tonnengewölbe, über der Vierung eine Kuppel mit Laterne, aussen mit weissen und blauen Keramikfliesen gedeckt. Rund 380 Kapitelle zeigen Pflanzen und Tiere, vor allem paarweise angeordnete Vögel. Die Hauptapsis füllt fast ganz ein spätgotisches Retabel von 1508 der flämischen Bildhauer Olivier van Ghent und Johann von Ypern.
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