Südfrankreich

Gorges du Fier

Die Gorges du Fier liegen bei Lovagny im Département Haute-Savoie, etwa elf Kilometer westlich von Annecy. Der Fluss Fier hat dort eine Klamm in den Kalk gesägt, die an manchen Stellen nur wenige Meter breit ist, während die Wände hoch darüber fast zusammenstoßen. Entstanden ist der Einschnitt über rund 20.000 Jahre durch Schmelzwasser der eiszeitlichen Gletscher. Zugänglich gemacht hat sie der Annecyer Architekt Marius Vallin, der 1869 einen Steg in die Felswand hängen ließ. Er ist über 250 Meter lang und verläuft rund 25 Meter über dem Wasser, an den Fels gedübelt und ohne Berührung mit dem Grund — eine Konstruktion, die seit 1943 unter Denkmalschutz steht und zu den frühesten Anlagen dieser Art in den Alpen gehört. In den Wänden zeigen Auskolkungen und Riesentöpfe, wie das Wasser gearbeitet hat; Markierungen halten historische Hochwasser fest, darunter ein Anstieg von 24 Metern im Januar 2018. Am Ende des Stegs öffnet sich die Mer de Rochers, ein Chaos aus Kalkblöcken, das man von einer Plattform überblickt. Der Rundgang ist kurz, dauert etwa eine Dreiviertelstunde und ist wegen der Treppen nicht barrierefrei; in der Klamm bleibt es auch im Hochsommer kühl und feucht. Geöffnet ist die Anlage in der wärmeren Jahreshälfte, bei Hochwasser kann sie gesperrt sein. In Sichtweite steht das Château de Montrottier, das sich gut mit dem Besuch verbinden lässt.

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