Sommerpalais und Fürstlich Greizer Park
Das Sommerpalais und der Fürstlich Greizer Park liegen im Südosten Thüringens und bilden zusammen eine Anlage aus Schlossbau und Landschaftsgarten. Das Sommerpalais wurde um 1769 fertiggestellt und zählt zu den frühesten klassizistischen Bauten Mitteldeutschlands. Heute beherbergt es die Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz, sodass sich der Besuch von Park und Sammlung verbinden lässt. Der Park entstand um 1650 aus einer kleinen Küchengartenanlage der Obergreizer Herrschaft. Ab 1743 ließ Heinrich XI. ihn nach barocken Grundsätzen zum Lustgarten umformen. Nach dem Hochwasser von 1799, als die Weiße Elster über ihre Ufer trat, wurde die Anlage schrittweise im englischen Landschaftsstil neu gestaltet. 1872 kam der Gartendirektor Carl Eduard Petzold hinzu, dessen Entwurf Rudolph Reinecken umsetzte und um kleinteiligere Raumgliederungen und größere botanische Vielfalt erweiterte. Beim Rundgang fallen mehrere Einzelstücke auf: eine Blumenuhr aus dem Jahr 1954, deren Ziffern aus Blüten bestehen und deren Uhrwerk läuft, und die Seufzerallee, eine der ältesten Lindenalleen Deutschlands. Die nördlichste Sichtachse endet am weißen Kreuz auf dem 375 Meter hohen Hirschstein. Teile des Parks stehen heute unter Naturschutz und beherbergen seltene Arten wie den Dunklen Wiesenknopf-Ameisenbläuling und breitblättriges Knabenkraut. Der Park ist frei zugänglich, seine Wirkung entfaltet er am ehesten in der Vegetationszeit.
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