Nordfrankreich

Cascades du Hérisson

Die Cascades du Hérisson liegen im Département Jura zwischen Bonlieu, Menétrux-en-Joux und Doucier, am Rand des Plateaus von Frasnois. Der Hérisson entspringt oberhalb des Lac de Bonlieu auf rund 780 Metern Höhe und stürzt anschließend durch eine Reculée – ein blind endendes Kerbtal des Juragebirges – über eine Folge von Kalksteinstufen in die Ebene hinab. Der Fluss ist insgesamt 21 Kilometer lang. Auf gut drei Kilometern überwindet das Wasser dabei etwa 300 Höhenmeter. Insgesamt zählt man 31 Sprünge, sieben davon gelten als die eigentlichen Hauptfälle. Der bekannteste ist der Éventail, der Fächer, mit über 65 Metern der höchste; es folgen der Grand Saut mit 60 Metern, unter dessen Überhang der Weg hindurchführt, sowie der Saut Girard mit 35 Metern und der türkis schimmernde Gour Bleu. Das Gestein stammt aus dem Kimmeridgium des oberen Jura. Seit dem 29. April 2002 sind rund 1.200 Hektar als site classé geschützt. Der Wanderweg folgt dem Bach von unten nach oben und ist Teil des Fernwanderwegs GR 559; für eine Richtung sollte man etwa zwei Stunden rechnen. Die Pfade sind stellenweise steil, feucht und felsig, festes Schuhwerk ist nötig. Am unteren Ende informiert die Maison des Cascades über Geologie und die frühere Nutzung der Wasserkraft; seit 2016 gibt es einen barrierefrei ausgebauten Abschnitt. Die Wasserführung schwankt stark – nach Schneeschmelze und Regen sind die Fälle am mächtigsten, in trockenen Sommern gehen sie deutlich zurück.

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