Kloster Lorch
Das Kloster Lorch liegt auf einem Bergsporn über dem Remstal, in Sichtweite des Hohenstaufen. Es war das Hauskloster der Staufer und ist damit einer der wenigen Orte, an denen sich die Familiengeschichte dieses Geschlechts baulich fassen lässt. Gestiftet wurde die Benediktinerabtei um 1102 von Herzog Friedrich I. von Staufen und seiner Familie. Wie bei Klöstern der Hirsauer Reform üblich, unterstellte man Lorch dem Papst; die Vogtei behielten sich die Staufer jedoch vor. Von 1140 bis 1208 diente die Abtei als eine ihrer Grablegen. 1139 wurden die verstorbenen Staufer aus der Stiftskirche in die neue Klosterkirche überführt, und um die Wende zum 13. Jahrhundert erhielt die Abteikirche Schmuckpfeiler und einen Turm über der Vierung – die Grablege sollte auch von außen zu erkennen sein. Nach dem Zusammenbruch der Staufer geriet das Kloster zwischen die Ansprüche von Reich und Württemberg. Im Bauernkrieg 1525 plünderten die Aufständischen die Mönche aus und steckten die Gebäude in Brand; 1534 folgte mit der Reformation die Vertreibung des Konvents, und 1556 hob Herzog Christoph die Abtei endgültig auf. Erhalten ist eine ummauerte Anlage mit der Klosterkirche im Kern, die sich zu Fuß erschließen lässt; von der Höhe reicht der Blick über das Remstal. Der Besuch verbindet sich gut mit einer Wanderung auf den nahen Hohenstaufen.
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