Es Vedrà
Es Vedrà ist eine unbewohnte Felseninsel im Mittelmeer, wenige hundert Meter vor der Westküste Ibizas. Verwaltungsrechtlich gehört sie zur Gemeinde Sant Josep de sa Talaia, deren spanischer Name San José lautet. Die Insel misst rund 1,45 Kilometer in der Länge und 820 Meter in der Breite und bedeckt damit eine Fläche von etwa 62 Hektar. Aus der Reihe der kleinen Eilande vor Ibiza hebt Es Vedrà vor allem die Steilheit heraus: Der höchste Punkt, der Picatxo des Migjorn, liegt 382 Meter über dem Meeresspiegel, und der Felsklotz steigt auf kurzer Strecke unmittelbar aus dem Wasser auf. Die Insel steht als Naturschutzgebiet unter Schutz und ist dauerhaft unbewohnt. Lange lebten hier verwilderte Ziegen, die einst ein Mönch ausgesetzt hatte; im Februar 2016 wurde der Bestand bis auf drei Tiere entfernt, um die artenreiche und in Teilen endemische Tier- und Pflanzenwelt zu erhalten. Erlebbar ist Es Vedrà daher vor allem als Silhouette — von der ibizenkischen Westküste aus und vom Wasser her, wo der Felsen je nach Lichtstand als grauer Block oder als dunkler Schattenriss vor der untergehenden Sonne erscheint. Um die Insel ranken sich Erzählungen: Manchen gilt sie als letzter sichtbarer Rest von Atlantis, andere berichten von Lichterscheinungen über dem Meer. In der Popkultur taucht der Felsen auf dem Cover von Mike Oldfields Album „Voyager" auf.
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