Mesolithischer Moorfundplatz Friesack
archäologische Stätte im Landkreis Havelland in Brandenburg
Der mesolithische Moorfundplatz Friesack liegt am Südrand des Berliner Urstromtals in Brandenburg. Er ist ein archäologischer Ort, der von Jäger-Fischer-Sammler-Gruppen in der Nacheiszeit bevorzugt wurde. Die Stätte wurde erstmals im 19. Jahrhundert entdeckt und intensiv erforscht, insbesondere durch Grabungen der Universität Berlin und des Brandenburgischen Landesmuseums. Die Funde stammen aus der Mesolithikum- und Neolithikum-Zeit, wobei die jüngsten Ausgrabungen ab 1990 stattfanden, um Schäden durch Grundwasserabbau zu vermeiden. Die Grabungen brachten eine riesige Anzahl von Artefakten zu Tage, darunter 130.000 Feuersteinobjekte, über 800 Knochen- und Geweihprodukte sowie 134 Holzgegenstände. Besonders auffällig sind die Netze und Schnüre aus Weidenbast, die mit 11.000 Jahren die ältesten der Welt sind. Zudem wurden zahlreiche Tierreste, Werkzeuge und Schmuckstücke gefunden, die die Lebensweise und Technik der damaligen Bevölkerung belegen. Die Funde zeigen, dass die Jäger-Fischer-Sammler eine umfassende Ausrüstung und Fertigkeiten besaßen, um ihren Lebensunterhalt zu sichern. Im Bereich des Fundplatzes wurden mehrere Gruben und Behausungen nachgewiesen, die auf die Nutzung des Ortes als Wohnplatz hinweisen. Die Grabungen zeigten auch, dass die Jäger-Gruppen den Ort mehrfach besuchten, um Jagd zu betreiben, Fisch zu fangen und Rohstoffe zu gewinnen. Die Feuchtbodensedimente enthalten zudem wichtige Informationen über die damalige Biosphäre und die Umweltbedingungen. Die Funde sind in der Dauerausstellung des Archäologischen Landesmuseums Brandenburg zu sehen.
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- Art
- Archäologische Stätte
- Ort
- Friesack
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