MonasteriesMittelitalien

Abbazia di San Giovanni in Venere

Die Abtei San Giovanni in Venere steht auf einem Hügel 107 Meter über der Adria bei Fossacesia in den Abruzzen, nahe der Mündung des Sangro. Von der Terrasse vor der Kirche fällt der Blick über die Costa dei Trabocchi mit ihren hölzernen Fischerplattformen. Der Name verweist auf einen Venustempel, der an dieser Stelle gestanden haben soll; um 543 richteten Mönche hier eine Zelle ein. Urkundlich fassbar wird der Ort erst 829 als „Sancti Johannes in foce de fluvio Sangro“. Nach einem Erdbeben um 1125 ließ Abt Oderisio II. neu bauen; die Hauptbauzeit liegt zwischen 1165 und 1204, die Formen sind romanisch mit gotischem Einschlag. Das Hauptportal, das Portale della Luna von 1230, erzählt in Reliefs vom Leben Johannes' des Täufers. Die dreischiffige Basilika ruht auf einer ungewöhnlich großen Krypta mit fünf Längs- und zwei Querschiffen, in der byzantinisch geprägte Fresken des 12. und 13. Jahrhunderts erhalten sind; der Grundriss folgt dem Vorbild von Montecassino. Im Kloster lebten zeitweise 80 bis 120 Benediktiner, es gab Bibliothek, Skriptorium und Gästehaus. Ab dem 14. Jahrhundert verfiel die Anlage; seit 1954 betreuen Passionisten sie, nach den Kriegsschäden folgten mehrere Restaurierungskampagnen.

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