Riserva Naturale Torbiere del Sebino
Die Riserva Naturale Torbiere del Sebino liegt südlich des Iseosees am Rand der Franciacorta und erstreckt sich über die Gemeinden Provaglio d'Iseo, Iseo und Corte Franca in der Provinz Brescia. Auf 350 Hektar und 185 Metern Höhe wechseln sich offene Wasserflächen, Schilfgürtel und Dämme ab – eine Moorlandschaft, die nicht natürlich entstand, sondern durch die Arbeit des Menschen. Ab Mitte des 19. Jahrhunderts wurde hier großflächig Torf abgebaut; 1862 kaufte das Turiner Konsortium Società Italiana Torbe den größten Teil der Flächen. Um 1950 endete die Torfgewinnung, danach folgte für einige Zeit noch Tonabbau bis in die 1970er Jahre. Zurück blieben die gefluteten Stichgruben, die sich zu einem der wichtigsten Feuchtgebiete der Lombardei entwickelten. Seit dem 19. Dezember 1984 steht das Gelände unter Schutz, es ist Ramsar-Gebiet und Teil des Natura-2000-Netzes. Über 30 Vogelarten sind dokumentiert, im Winter halten sich zeitweise bis zu tausend Wasservögel hier auf. Drei Rundwege erschließen das Gebiet, einer im Süden über vier Kilometer, einer im Norden über fünf, dazu Stege durch den mittleren Teil. Von Mai bis September blüht die weiße Seerose in großen Beständen. Am Rand steht das cluniazensische Kloster San Pietro in Lamosa. Zugänglich ist die Reserve täglich von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang.
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