Sentier des Ocres
Der Sentier des Ocres liegt am Rand von Roussillon, einer Gemeinde im Département Vaucluse am Fuss des Luberon-Massivs. Der Ort gehört zum Regionalen Naturpark Luberon, zählt rund 1'300 Einwohner und ist als eines der Plus beaux villages de France klassifiziert. Bekannt ist er vor allem für seine ockerhaltige rote Erde, die als Rohstoff für Farben dient und dem Dorf schon bei den Römern den Namen vicus russulus, rotes Dorf, eintrug. Ocker wurde hier bis Anfang des 19. Jahrhunderts in grossem Stil gefördert; Roussillon war das Zentrum dieses Abbaus. Grosse Steinbrüche entstanden seit dem Ende des 18. Jahrhunderts und beschäftigten bis 1930 an die tausend Menschen. Danach kam die Förderung zum Erliegen. Was blieb, sind die aufgelassenen Brüche mit ihren gelben, orangen und roten Wänden, durch die der Ockerlehrpfad führt. Um den fortschreitenden Abtrag zu bremsen, ist das Aufsammeln von Ocker heute untersagt und wird mit Bussen geahndet. In der Ancienne Usine Mathieu lässt sich zudem eine ehemalige Farbenfabrik besichtigen. Der Bewuchs entlang des Weges besteht überwiegend aus Aleppo-, See- und Waldkiefern, die sich stark ausgebreitet haben; Flaum- und Steineichen halten nur noch unzusammenhängende Flächen. Über 120'000 Gäste im Jahr kommen nach Roussillon, dessen Wirtschaft heute vom Tourismus bestimmt wird. Im Dorf selbst steht die romanische Pfarrkirche Saint-Michel mit klassizistischer Taufkapelle. Von 1942 bis 1945 versteckte sich Samuel Beckett hier vor der Wehrmacht.
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