Nordfrankreich

Kaysersberg

Kaysersberg liegt im Département Haut-Rhin dort, wo das Tal der Weiss aus den Vogesen in die elsässische Ebene austritt, rund zwanzig Kilometer nordwestlich von Colmar auf 240 Metern Höhe. Der Name bedeutet Kaisersberg: 1227 ließ Kaiser Friedrich II. hier eine Burg errichten, um den Talübergang zu kontrollieren. Ihr Bergfried steht bis heute als Ruine auf einem Granitfelsen über den Dächern des Ortes. 1293 erhielt Kaysersberg die Rechte einer Reichsstadt, 1354 gehörte es zu den Gründungsmitgliedern der Décapole, des Bundes von zehn elsässischen Reichsstädten. Aus dieser Zeit stammt der Kern der heutigen Bausubstanz. Über die Weiss führt eine befestigte Brücke von 1514, deren Brüstungen Schießscharten tragen und in deren Mitte eine kleine Kapelle mit einer Madonna des 18. Jahrhunderts steht. Die Kirche Sainte-Croix wurde um 1230 begonnen; im Chor steht ein Retabel, das Jean Bongart 1518 schuf, dazu ein Glasfenster von Pierre Hemmel d'Andlau aus der Zeit um 1470. Der Ort liegt an der elsässischen Weinstraße, oberhalb zieht sich die Grand-Cru-Lage Schlossberg den Hang hinauf. Am 14. Januar 1875 wurde hier Albert Schweitzer geboren; sein Geburtshaus ist heute ein Museum, das an sein Krankenhaus in Lambaréné erinnert. Seit dem 1. Januar 2016 gehört Kaysersberg zur neuen Gemeinde Kaysersberg Vignoble, 2017 wurde es zum Lieblingsdorf der Franzosen gewählt. Bekannt ist es auch für seinen Weihnachtsmarkt; in der warmen Jahreszeit bietet sich der Aufstieg zur Burgruine an.

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