Museu Nacional do Azulejo
Das Museu Nacional do Azulejo in Lissabon ist ein Museum, das sich mit den typischen portugiesischen Keramikfliesen, den Azulejos, beschäftigt. Es befindet sich im ehemaligen Klarissinen-Kloster Madre de Deus, das 1509 von Eleonore von Portugal gestiftet wurde und im Erdbeben von 1755 stark beschädigt wurde. Das Gebäude besteht aus einem barocken Kirchbau und zweigeschossigen Renaissance-Kreuzgängen, die im Erdbeben unbeschädigt blieben. Das Museum wurde 1960 eröffnet und beherbergt eine Sammlung, die die Entwicklung der Azulejos über mehrere Jahrhunderte verfolgt. Zu den bedeutendsten Exponaten zählen eine 25 Meter lange Fliesenwand aus 1300 Kacheln, eine Stadtansicht von Lissabon vor dem Erdbeben von 1755 sowie das Paneel Nossa Senhora da Vida aus dem Jahr 1580. Die Sammlung umfasst Azulejos aus der Zeit vom 15. bis 19. Jahrhundert, darunter Werke aus aufgelösten Klöstern und Privathäusern. Im Museum sind die Azulejos in den Kreuzgängen und Gebäuden des ehemaligen Klosters ausgestellt. Die Besucher können die verschiedenen Herstellungsformen der Kachelkunst sowie moderne und zeitgenössische Azulejos bewundern. In der Kirche des Klosters sind holländische Azulejos und Gemälde der portugiesischen Schule des 16. Jahrhunderts zu sehen.
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