Nordspanien

Yacimiento de Atapuerca

Die Fundstätten von Atapuerca liegen in einem kleinen Höhenzug nördlich von Ibeas de Juarros in der Provinz Burgos, zwischen Kantabrischem und Iberischem Gebirge. Im Süden begrenzt der Arlanzón die Sierra, im Norden der Vena, im Osten die Sierra de la Demanda; höchster Punkt ist der Pico de San Vicente mit 1079 Metern. Wegen der aussergewöhnlichen archäologischen und paläontologischen Funde wurde das Gebiet im Jahr 2000 zum UNESCO-Welterbe erklärt. Der Kalkstein ist von einem Karstsystem mit zahlreichen Höhlen durchzogen, in denen sich über lange Zeiträume Erde, Staub, Pollen und Tierreste ablagerten. Freigelegt wurden viele davon durch einen Zufall: Um 1900 führte eine Schmalspurbahn von der Sierra de la Demanda nach Burgos durch einen halben Kilometer langen, bis zu 20 Meter tiefen Graben quer durch den Höhenzug und schnitt dabei verschüttete Höhlen mit pleistozänen Sedimenten an. Um 1910 stellte die Bahn den Betrieb ein; Brücken, Böschungen, Tunnel und Bahnhöfe sind erhalten geblieben. Gefunden wurden Fossilien von Homo antecessor, Homo heidelbergensis, Neandertaler und Homo sapiens. 1992 kamen in der Sima de los Huesos mehrere Schädel zutage, darunter der nach Miguel Indurain «Miguelón» getaufte Schädel Nummer 5. 1994 und 1995 folgten in der Gran Dolina Steingeräte des Oldowan und Menschenreste, die auf 800 000 Jahre datiert werden; Schnittspuren daran gelten als ältester Nachweis von Kannibalismus in Europa. 1997 wurde mit Homo antecessor eine neue Art beschrieben. In der 1972 entdeckten Galería del Sílex fanden sich Spuren bronzezeitlicher Riten und Malereien.

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