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Bock Casemates

Die Bock-Kasematten sind der bekannteste Teil der Kasematten der Stadt Luxemburg, eines Systems in den Fels gehauener Höhlen und Gänge, die ab dem 17. Jahrhundert zur Verteidigung angelegt wurden und zur Festung Luxemburg gehörten. Der Bockfelsen erhebt sich am Ostrand der Oberstadt über der Alzette. Die ersten Kasematten entstanden 1644 unter spanischer Herrschaft, vierzig Jahre später liess der Festungsbaumeister Vauban sie erweitern; der Ausbau im Bockfelsen erfolgte 1745 unter österreichischer Herrschaft. Die Zahlen erklären den Beinamen, den Luxemburg wegen seiner Befestigung trug: Gibraltar des Nordens. Das System war über mehrere Etagen angelegt, einzelne Gänge reichten bis in vierzig Meter Tiefe, die Gesamtlänge betrug einst 23 Kilometer. Der Bock-Abschnitt allein misst 110 Meter Länge bei nur sieben Metern Breite; hier waren rund 1.200 Soldaten mit 50 Kanonen stationiert. Nach der Neutralitätserklärung von 1867 wurde die Festung geschleift. Die Anlage ist beleuchtet und wird in Führungen erschlossen; über 100.000 Menschen kommen jährlich. Seit 1994 stehen die Festungsreste zusammen mit der Altstadt auf der Welterbeliste der UNESCO. Im Stollen wird die Nutzungsgeschichte greifbar: Nach dem Abbruch verschloss man Schiessscharten und Eingänge, später nutzte eine Schützenbruderschaft einen Teil für Bogenübungen, ein Gärtner die kühlen Höhlen zur Pilzzucht. In beiden Weltkriegen dienten die Gänge als Schutzräume für bis zu 35.000 Menschen.

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