Drevený artikulárny evanjelický kostol Leštiny

Die hoelzerne Artikularkirche von Lestiny steht in dem kleinen Dorf Lestiny in der nordslowakischen Landschaft Orava, etwa sieben Kilometer von Dolny Kubin entfernt, in einem Tal zwischen dem Chocsko-Gebirge und dem Oravaer Bergland. Sie liegt auf einer bewaldeten Anhoehe suedlich des Dorfkerns und ist mit dem Ort ueber eine Treppe verbunden. Die evangelische Kirche ist nationales Kulturdenkmal und gehoert seit 2008 unter dem Titel Holzkirchen im slowakischen Teil der Karpaten zum Welterbe der UNESCO. Ihren Namen tragen die Artikularkirchen nach den Artikeln des Oedenburger Landtages von 1681, die den Protestanten begrenzte Freiheiten einraeumten. Nach den Artikeln 25 und 26 durfte je Komitat nur an festgelegten, abgelegenen Orten gebaut werden, allein aus Holz, ohne Fundament, ohne Turm und Glocke, im Aeusseren einem Wohnhaus aehnlich und mit einem Eingang, der nicht direkt von der Strasse fuehrt. In der Slowakei sind fuenf solcher Kirchen erhalten: Lestiny, Istebne, Kezmarok, Hronsek und Svaety Kriz. Das Grundstueck stellte Job Zmeskal zur Verfuegung, Hauptmann der Burgwache auf der Arwaburg und erster Vizegespan in Dolny Kubin; das genaue Baujahr ist nicht gesichert, der Standortwechsel nach Lestiny wurde am 28. Mai 1721 von Karl III. gutgeheissen. Gebaut ist die Kirche aus Nadelholz aus den umliegenden Waeldern, auf laenglichem Grundriss an einem steilen Hang, dessen Gefaelle ein steinerner Unterbau ausgleicht; ueber allem liegt ein grosses Walmdach aus Holzschindeln, der Eingang bildet ein Portal mit Archivolte. In den 1770er Jahren wurde die rustikale Fassade durch eine Bretterverschalung ersetzt, 1775 erneuerten die Gemeindemitglieder das Innere und uebermalten die Wandbilder aus dem spaeten 17. Jahrhundert. Im Inneren dominieren florale Wandmalereien, dazu kommen ein barocker Altar mit Holzschnitzwerk aus dem spaeten 17. Jahrhundert und eine reich verzierte Kanzel vom Anfang des 18. Jahrhunderts. Der 1877 errichtete Glockenturm mit zwei Glocken von 1764 und 1924 ist durch ein gedecktes Treppenhaus mit dem Kirchenbau verbunden. Getauft wurde hier der Dichter Pavol Orszagh Hviezdoslav.

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