Südspanien

Cueva de Maltravieso

Die Cueva de Maltravieso liegt nicht in der Landschaft, sondern mitten in Cáceres in der Extremadura, im Stadtgebiet an der Avenida de Cervantes. Zum Vorschein kam sie 1951, als beim Abbau von Kalkstein eine Sprengung den Eingang aufriss. Was sich dahinter fand, hat die Diskussion über die Anfänge der Kunst verändert. An den Wänden sind über siebzig Handnegative dokumentiert — Umrisse von Händen, die durch Aufsprühen von Farbe um die aufgelegte Hand herum entstanden. Eine dieser Darstellungen wurde mit der Uran-Thorium-Methode auf ein Alter von etwa 66.700 Jahren datiert. Das liegt weit vor der Ankunft des anatomisch modernen Menschen in Europa und legt nahe, dass Neandertaler die Urheber waren. Zum Höhlenbestand gehören mehrere Räume, darunter der Kaminsaal und der Knochensaal. 1963 wurde die Höhle zum historisch-künstlerischen Denkmal erklärt, 1985 als Kulturgut eingestuft. Für den allgemeinen Besuch ist die Höhle aus konservatorischen Gründen geschlossen; seit April 2019 gibt es kontrollierte Besichtigungen in stark begrenztem Umfang. Wer die Funde sehen will, geht in das 1999 eröffnete Besucherzentrum, das 2010 und 2019 überarbeitet wurde und Nachbildungen, Grabungsbefunde und die Datierungsgeschichte zeigt. Es liegt unmittelbar an der Höhle und ist vom Zentrum von Cáceres, dessen Altstadt zum UNESCO-Welterbe gehört, in wenigen Minuten erreichbar.

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