Südspanien

Ses Salines d'Eivissa

Ses Salines d’Eivissa ist ein Salzgewinnungsgebiet an der Südspitze Ibizas im Gemeindegebiet von Sant Josep de sa Talaia. Seit 2001 steht es zusammen mit dem Meeresraum zwischen Ibiza und Formentera und der Inselgruppe des Freus als Parc Natural de ses Salines d’Eivissa i Formentera unter Schutz. Bereits 654 v. Chr. gründeten Karthager an der Bucht von Ibiza eine Kolonie, die dieses Salzgebiet nutzte; auch unter römischer Herrschaft wurde die Gewinnung fortgeführt. Nach der Rückeroberung 1229 galt Ses Salines als wichtigstes Salzgewinnungsgebiet des Mittelmeerraumes. Ab 1299, als Jaume II. eine Inselverwaltung einrichtete, bildeten die Erträge aus dem Salz deren wichtigste Einnahmequelle. 1709 wurden die Salinen an den Genueser Kaufmann Joan Baptista Visconti verpachtet und 1871 verkauft. Gewonnen wird bis heute: 2016 waren es 65.000 Tonnen auf 450 Hektar, ein Teil davon geht als Streusalz nach Nordeuropa und zur Stockfischverarbeitung auf die Färöer und nach Dänemark. Das Schutzgebiet vereint Dünen, Strände, Sumpfgebiete, Steil- und Felsküsten, die alten Salzbecken und die grösste zusammenhängende Fläche von Neptungraswiesen im Mittelmeer, die seit 1999 UNESCO-Welterbe ist. Flamingos leben ganzjährig hier, dazu kommen Brut- und Durchzugsvögel weiterer Arten. Die Vegetation ist vom Salzgehalt des Bodens geprägt; auf den angrenzenden Hügeln wachsen Sadebäume, Pinien, Rosmarin und Zistrosen. Markierte Wege wie der Camí de sa Guia und der Camí des Brolls erschliessen das Gebiet. Das Betreten der Salzbecken, das Verlassen der Wege und Übernachten sind untersagt.

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