Mittelitalien

Forte Spagnolo

Das Forte Spagnolo steht am nordöstlichen Rand der Altstadt von L'Aquila, umgeben von einem breiten Graben und dem Parco del Castello, der wichtigsten Grünfläche der Stadt. Es ist keine mittelalterliche Burg, sondern eine Festung der frühen Neuzeit, gebaut für Kanonen: quadratischer Grundriss mit vier massiven Eckbastionen. Errichtet wurde sie ab 1534 unter Kaiser Karl V. nach Plänen des valencianischen Architekten Pedro Luis Escrivá, die Arbeiten zogen sich bis 1567 hin. Fertiggestellt wurde die Anlage nie, und in einen Kampf kam sie ebenfalls nie. Sie war weniger Verteidigungsbau als Machtzeichen nach dem Aufstand der Stadt von 1527, bezahlt aus einer Strafabgabe der Bürger. Das weiße Marmorportal trägt den Doppeladler Karls V. und die Inschrift „Ad reprimendam audaciam Aquilanorum“ — zur Unterdrückung der Kühnheit der Aquilaner. Später residierten hier spanische Gouverneure, dann französische und deutsche Truppen. 1902 wurde das Fort zum Nationaldenkmal erklärt, nach der Restaurierung von 1951 zog das Museo Nazionale d'Abruzzo ein, das bedeutendste Museum der Region. Das Erdbeben von 2009 beschädigte den Bau schwer; ab 2011 wurde er wiederhergestellt. Der Rundgang auf den Bastionen und durch den umgebenden Park gehört zum Besuch dazu.

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