Mittelitalien

Tempio del Valadier

Der Tempio del Valadier steht bei Genga in der Provinz Ancona in den Marken, eingefügt in eine Felshöhle hoch über der Schlucht von Frasassi. Es ist ein achteckiger Bau aus einheimischem Travertin mit einem Bleidach, den Papst Leo XII. in Auftrag gab – er wurde selbst auf der Burg von Genga geboren – und der bis 1828 vollendet war. Die Zuschreibung an den Architekten Giuseppe Valadier hat sich eingebürgert, doch neuere Archivforschungen zeichnen ein anderes Bild: Der damalige Kardinal Annibale della Genga leitete den Auftrag bereits 1817 ein, und der Entwurf geht auf Tommaso Zappati, Pietro Ghinelli und Carlo Donati zurück. Ghinelli baute auch das Teatro delle Muse in Ancona und das Foro Annonario in Senigallia. In derselben Felsnische liegt die ältere Einsiedelei Santa Maria Infra Saxa. Sie wurde zwischen die Felsen gesetzt und ist teilweise in die Höhlenwand hineingehauen. Die ersten schriftlichen Zeugnisse stammen von 1029 und sprechen von einem Frauenkloster in Klausur, bewohnt von Benediktinerinnen. Man nimmt an, dass sich die Bevölkerung früher in diese Höhlen zurückzog, um Angriffen von Eindringlingen zu entgehen. Im Inneren der Einsiedelei stand bis in die 1940er Jahre eine hölzerne Madonnenfigur, die bei einem Brand zerstört wurde, der einen Teil des Konvents erfasste; heute steht dort eine steinerne Kopie des Originals. Im Tempel selbst befindet sich eine Kopie der Marmorstatue einer Madonna mit Kind aus der Werkstatt Antonio Canovas; das Original wird im Museum von Genga aufbewahrt. Unweit davon liegen die Grotte di Frasassi.

Otváracie hodiny a vstupné sa menia podľa sezóny, preto nie sú súčasťou tohto textu.

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