📷 Immagine: Wikimedia Commons
Oppidum Lindenhof
archäologische Stätte in der Schweiz
Das Oppidum Lindenhof war ein keltisches Siedlungsgebiet auf dem Hügelzug Lindenhof in der Zürcher Altstadt. Es lag am linken Ufer der Limmat und war im ersten vorchristlichen Jahrhundert das Zentrum des gallo-römischen Vicus Turicum. Der Hügel, heute weitgehend abgeflacht, erhebt sich 25 Meter über dem Niveau der Limmat und umfasste eine Fläche von etwa 3,5 Hektar. Die Siedlung war von einem V-förmigen Graben umgeben, der möglicherweise zur Befestigung oder zur Trennung von Quartieren diente. Die archäologischen Funde belegen eine Besiedlung des Lindenhofs bereits in der Jungsteinzeit und der Bronzezeit. Im 1. Jahrhundert v. Chr. war die Siedlung Teil der keltischen Kultur, wobei die Fläche durch die dicht überbaute Altstadt nur teilweise erforscht werden konnte. In der Spätlatènezeit entstanden Holzhäuser in verschiedenen Bauweisen, darunter Pfostenbauweise und Fachwerkbauweise. In der Siedlung fanden sich Feuerstellen, Vorratsgruben und sogar kultische Funde wie ein riesiger Findling mit Hohlraum. Brandschichten deuten auf häufige Feuersbrünste hin. Die Siedlung war strategisch günstig gelegen, da sie an der Ausflussstelle des Zürichsees lag. Dies ermöglichte den Warentransport und den Zollkontrollen. Die archäologischen Grabungen seit den 1990er-Jahren haben die keltische Besiedlung des Lindenhofs zweifelsfrei belegt. Die Funde umfassen Steinpflasterungen, Holzbauten, Weinamphoren und Tüpfelplatten, die für die Münzherstellung verwendet wurden. Die Siedlung blieb bis ins Mittelalter als Grünfläche genutzt, ehe sie im 19. Jahrhundert als Ziergarten mit Weiher diente.
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- Art
- Bauwerk, Archäologische Stätte
- Ort
- Kanton Zürich
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