Lascaux IV
Lascaux IV, das Centre international de l'art pariétal, steht am Fuß des Hügels von Lascaux bei Montignac-Lascaux im Tal der Vézère in der Dordogne. Der Bau des norwegischen Büros Snøhetta legt sich als flacher, in den Hang geschobener Riegel aus Beton und Glas zwischen Wiese und Wald, nur wenige hundert Meter von der Originalhöhle entfernt, die selbst seit Jahrzehnten verschlossen ist. Die Höhle wurde am 8. und 12. September 1940 entdeckt, nachdem Marcel Ravidat bei einem Spaziergang auf den Eingang gestoßen war; wenige Tage später, am 21. September, kam der Prähistoriker Henri Breuil hinzu. Das Gangsystem misst insgesamt nicht mehr als 235 Meter bei etwa 30 Metern Höhenunterschied, birgt aber rund 1.900 Darstellungen von Tieren, Menschen und Zeichen, die dem frühen Magdalénien um 21.000 Jahre vor heute zugeordnet werden. Wegen Pilz- und Klimaschäden wurde die Höhle am 17. April 1963 geschlossen; 1979 nahm die UNESCO sie mit den übrigen Fundstätten des Vézère-Tals in die Welterbeliste auf. Lascaux IV eröffnete Ende 2016 und kostete rund 50 Millionen Euro. Gezeigt wird eine vollständige Nachbildung sämtlicher bemalter Teile der Höhle, gefertigt mit denselben Farbmitteln und der Oberflächenstruktur des Originals. Der Rundgang führt durch den Saal der Stiere, der 17 Meter lang und 6 Meter breit ist, weiter durch den axialen Seitengang, das Passage genannte Zwischenstück, das Schiff, die Apsis und zur rätselhaften Szene im Schacht. Anschließende Räume ordnen die Bilder in die Eiszeitkunst Europas ein. Der Besuch ist an eine Führung gebunden.
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