Sachsen und Thüringen

Geraer Höhler

Unter der Geraer Altstadt liegt ein zweites Straßennetz: die Höhler, künstlich in den Fels getriebene Tiefenkeller unterhalb der gewöhnlichen Wirtschaftskeller. Sie wurden nicht zum Wohnen oder Verstecken angelegt, sondern zum Lagern von Bier — in den Hauskellern war es dafür weder kühl noch geräumig genug. Den Anstoß gab das Geraer Bierbrauprivileg von 1487, das allen Hausbesitzern das Recht zum Bierbrauen zusprach. In der Folge grub praktisch jedes Haus nach unten. Ab dem 16. Jahrhundert, vor allem aber im 17. und 18. Jahrhundert, entstand auf diese Weise ein System von rund neun Kilometern Gesamtlänge, das fünf bis acht, stellenweise bis zu zehn Meter unter der Erde liegt. Ein bürgerliches Braurecht hat hier also eine unterirdische Stadt hervorgebracht, wie sie in dieser Ausdehnung kaum ein zweiter Ort besitzt. Zugänglich ist davon ein ausgebauter Abschnitt: Zehn miteinander verbundene Höhler wurden von 1986 bis 1989 hergerichtet und bilden mit 250 Metern Gesamtlänge eine Außenstelle des Naturkundemuseums. Besichtigt wird im Rahmen von Führungen, die auch für Familien angeboten werden. Unten ist es dauerhaft kühl — wer hinuntergeht, sollte etwas zum Überziehen dabeihaben. Der Zugang liegt in der Altstadt und lässt sich gut mit einem Stadtrundgang verbinden.

Orari e prezzi cambiano con la stagione e per questo non compaiono in questo testo.

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