Duomo di Orvieto
Der Dom von Orvieto steht auf dem Tuffplateau, das die Stadt trägt, mitten in einem Gassengeflecht, aus dem die Fassade unvermittelt hervortritt. Sie ist als Bildwand angelegt: vier senkrechte Strebepfeiler, die in Fialen auslaufen, teilen sie in drei Felder, dazwischen Mosaiken und Marmorreliefs. Der Wandaufbau des Baukörpers besteht aus waagerechten Streifen aus dunklem Basalt und hellem Travertin. Der Bau begann 1290 unter Papst Nikolaus IV. Um 1300 übernahm der sienesische Bildhauer und Architekt Lorenzo Maitani die Bauleitung und führte sie bis zu seinem Tod 1330; er erweiterte den Bau in gotischen Formen und legte das Aussehen der Fassade fest, die allerdings erst im späten 16. Jahrhundert vollendet wurde. 1889 erhob Papst Leo XIII. die Kirche zur Basilica minor und erklärte sie zum Nationaldenkmal. Zwei Kapellen bestimmen den Rundgang im Inneren. In der Cappella di San Brizio arbeiteten Fra Angelico und Benozzo Gozzoli, vor allem aber Luca Signorelli, der zwischen 1499 und 1504 seinen Zyklus zum Weltende und zum Jüngsten Gericht malte — ein Werk, das Michelangelo bekannt war. In der Cappella del Corporale wird das blutbefleckte Korporale aufbewahrt, das auf das Wunder von Bolsena von 1263 zurückgeht und den Anlass für den Kirchenbau bildete.
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