Catedral de Santiago de Compostela
Die Kathedrale von Santiago de Compostela steht über einem Grab, das der Überlieferung nach 813 oder 814 ein Einsiedler namens Pelayo entdeckte und das dem Apostel Jakobus zugeschrieben wird. Sie bildet die Ostseite der Plaza do Obradoiro und ist das Ziel aller Jakobswege. Der Bau misst 100 Meter in der Länge und 70 Meter in der Breite des Querhauses; das Hauptschiff ist 22 Meter, die Vierung 32 Meter hoch. Begonnen wurde die romanische Kirche 1075 unter König Alfonso VI. und Bischof Diego Peláez; als Baumeister sind Bernardo der Ältere und sein Gehilfe Galperinus Robertus überliefert. 1168 übernahm Maestro Mateo die Leitung und schuf im Auftrag von König Fernando II. das Pórtico de la Gloria, dessen Fertigstellung eine Inschrift auf 1188 datiert. 1211 wurde die Kirche geweiht, am 22. April. Die barocke Obradoiro-Fassade, zwischen 1738 und 1750 von Fernando de Casas Novoa errichtet, legte sich schützend vor das romanische Portal, das unter der Witterung gelitten hatte; ihre Türme erreichen 75 bis 80 Meter. Der Rundgang führt durch das Langhaus zum Hochaltar, hinter dem eine Treppe zur Apostelfigur hinaufsteigt, und weiter hinab zur Krypta mit dem Apostelgrab. Bei besonderen Anlässen wird das Botafumeiro geschwenkt, das große Weihrauchfass, das an einem Seil quer durch das Querhaus fliegt. Die Altstadt von Santiago gehört seit 1985 zum UNESCO-Welterbe. Für das Pórtico de la Gloria und für die Dächer der Kathedrale gibt es eigene Führungen mit begrenzter Teilnehmerzahl.
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