Nordfrankreich

Grottes d'Arcy-sur-Cure

Die Grottes d'Arcy-sur-Cure liegen im Département Yonne im Norden Burgunds, dort wo sich die Cure in einen Kalksteinriegel eingeschnitten hat. Am linken Ufer öffnen sich in der Felswand mindestens 21 Höhlen und Abris, die zusammen ein Netz von rund fünf Kilometern Länge bilden. Ein Teil davon, die Grande Grotte, ist für Besucher erschlossen. 1990 entdeckte ein Filmteam unter der Rußschicht an den Wänden der Grande Grotte Malereien, deren Alter auf etwa 28.000 Jahre bestimmt wurde – damit ist Arcy nach der Grotte Chauvet die zweitälteste bemalte Höhle Frankreichs. Zu sehen sind Mammuts, Nashörner, Steinböcke und Handnegative; die zuerst erkannte Figur, ein Steinbock, misst 46 Zentimeter. Aus den benachbarten Höhlen stammen zudem bedeutende Funde zur Menschheitsgeschichte: In der Grotte du Renne beschrieb André Leroi-Gourhan 1958 erstmals den Zusammenhang zwischen der Kultur des Châtelperronien und dem Neandertaler – eine Zuordnung, die die Forschung bis heute beschäftigt. Der Rundgang durch die Grande Grotte führt an Tropfsteinen und Sinterbecken vorbei zu den Wandbildern und ist nur mit Führung möglich. Unter Tage herrscht ganzjährig gleichbleibende Kühle, warme Kleidung ist angebracht; geöffnet ist in der wärmeren Jahreshälfte. Das Tal der Cure oberhalb der Höhlen lässt sich zu Fuß erkunden – die Felswände über dem Fluss gehören zu den markanten Landschaftsbildern des nördlichen Burgunds.

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