Schloss Heidelberg
Das Heidelberger Schloss ist die bekannteste Ruine Deutschlands und das Wahrzeichen der Stadt. Aus rotem Neckartäler Sandstein erhebt es sich am Nordhang des Königstuhls über der Altstadt, dort wo der Neckar aus dem Odenwald in die Rheinebene tritt. Fast drei Jahrhunderte lang residierten hier die Kurfürsten von der Pfalz. Dass es eine Ruine ist, hat zwei Ursachen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Anlage zweimal zerstört; am 6. September 1693 sprengten französische Pioniere den Pulverturm und weitere Gebäude. Eine begonnene Wiederherstellung endete am 24. Juni 1764, als ein Blitzschlag einen Brand auslöste – danach gab man auf, die Kurfürsten blieben in Mannheim. Genau dieser Zustand machte das Schloss in der Romantik berühmt: Es wurde zum Sinnbild für Größe und Vergänglichkeit menschlichen Strebens, gefördert vom Franzosen Charles de Graimberg, der den Erhalt lange aus eigener Tasche finanzierte. Baugeschichtlich ist die Anlage ein Nebeneinander mehrerer Epochen; der Ottheinrichsbau gilt als eines der bedeutendsten Bauwerke des deutschen Manierismus. Auf dem Gelände sind der Schlosshof mit den Palastfassaden, das Große Fass und das Deutsche Apotheken-Museum im Ostteil zu sehen, dazu die Terrassen mit Blick über Altstadt und Neckartal. Hinauf führen ein Fußweg von der Altstadt und die Bergbahn; für Hof, Museum und Garten sollte man zwei bis drei Stunden einplanen.
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