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Kastell Boiotro

spätrömisches Militärlager am norischen Donaulimes

Das Kastell Boiotro liegt in Passau, auf der Halbinsel zwischen Donau und Inn. Es war Teil des Limes in der römischen Provinz Noricum und wurde um 60 n. Chr. errichtet. Das Kastell und das angeschlossene Lagerdorf (vicus) dienten der Verteidigung und Kontrolle der Donaugrenze sowie des Innübergangs. Im 2. Jahrhundert wurde es aus Holz-Erde in Stein umgebaut und durch drei Gräben zusätzlich gesichert. Nach der Zerstörung durch einen Germaneneinfall im 3. Jahrhundert übernahm Boiotro die Sicherung der Grenze. Das Kastell war ein zentraler Punkt der römischen Grenzverteidigung und stand an einer wichtigen Fernstraße. Es war Standort einer Zollstation und überwachte den Schiffsverkehr auf beiden Flüssen. Die Anlage umfasste eine Fläche von etwa 1,3 bis 1,5 Hektar mit einer unregelmäßigen quadratischen Form. Die Mauern aus Gneis und Zwischentürme sind teilweise erhalten, und die Reste des Osttores liegen unter der St.-Egidius-Kirche. Die Anlage wurde mehrfach ausgebaut und verändert, bis sie im 3. Jahrhundert zerstört und später durch ein kleineres Brückenkopfkastell ersetzt wurde. In der Region wurden zahlreiche Funde gemacht, darunter Waffenfragmente, ein Pionierspaten und eine germanische Goldblechfibel. Im Vicus fanden sich auch wertvolle Gegenstände wie ein goldener Fingerring. Die Anlage war Teil der römischen Infrastruktur und spielte eine wichtige Rolle im Handel und der Sicherung der Grenze. Die Forschung zu Boiotro hat seit dem 19. Jahrhundert fortgesetzt, und das Kastell ist heute ein Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Donaulimes.

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Art
römisches Militärlager, Archäologische Stätte, Römisches Bauwerk
Ort
Passau
Denkmalstatus
Kulturdenkmal in Deutschland
Források:Kastell Boiotro (CC0-1.0)

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