Cité souterraine de Naours
Die Cité souterraine de Naours liegt unter einem Kreideplateau im Département Somme, rund 16 Kilometer nördlich von Amiens. Sie besteht aus einem Netz von Gängen und Kammern, das aus einem alten Kalksteinbruch hervorging und über die Jahrhunderte zu einem unterirdischen Zufluchtsort ausgebaut wurde. In der Picardie heißen solche Anlagen muches. Ihre Anfänge werden auf die Zeit der Normanneneinfälle im 9. Jahrhundert zurückgeführt; ausgebaut und stark genutzt wurde sie vor allem während der Religionskriege des 16. und 17. Jahrhunderts, als die Dorfbevölkerung samt Vieh vor durchziehenden Truppen Schutz suchte. Die Gänge liegen bis zu 33 Meter unter der Oberfläche. Es sind zwanzig Galerien mit zusammen etwa zwei Kilometern Länge und nahezu 130 Kammern, dazu sechs Luftschächte, platzartige Erweiterungen, Ställe und eine Kapelle. In Vergessenheit geraten, wurde die Anlage 1887 vom Dorfpfarrer, dem Abbé Danicourt, wiederentdeckt und freigelegt. Eine zweite Geschichtsschicht kam 2014 ans Licht: An den Wänden fanden Forscher zahlreiche Graffiti von Soldaten des Ersten Weltkriegs, vor allem australischer Einheiten, die auf dem Weg zur Somme-Front die Höhlen besichtigten und ihre Namen in die Kreide ritzten. Besichtigt wird nur mit Führung. Unter Tage ist es kühl und feucht, festes Schuhwerk und eine Jacke sind auch im Sommer angebracht. Oberirdisch gehören zwei Windmühlen zum Gelände, der Moulin du Belcan und die Westmolen.
A nyitvatartás és a belépődíj szezononként változik, ezért nem szerepel ebben a szövegben.
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